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Praxisfotos selbst machen

Zehn Fehler, die Sie mit dem iPhone vermeiden

Ob ein Praxisfoto professionell aussieht, hängt selten an der Kamera. Es hängt an Vorbereitung, Licht und Haltung. Wir zeigen die zehn häufigsten Stolperstellen und was jeweils hilft.

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Wer eine Praxis sucht, schaut sich zuerst die Bilder an. Ein heller, ruhiger Behandlungsraum schafft Vertrauen, noch bevor jemand eine Zeile gelesen hat. Dafür brauchen Sie kein Studio-Equipment: Das iPhone in Ihrer Kitteltasche genügt für Website, Google-Profil und Instagram.

Trotzdem scheitern viele selbst gemachte Praxisfotos an denselben zehn Punkten. Unser Gründer, selbst Zahnarzt, hat sie für Praxen in Kiel und Schleswig-Holstein zusammengetragen. Jeder Fehler lässt sich ohne Zusatzkosten abstellen.

Was ein gutes Praxisfoto ausmacht

Hinter den zehn Fehlern stecken nur drei Ursachen. Wer sie kennt, erkennt die meisten Probleme schon vor dem Auslösen.

  • Falsches Licht Tageslicht trägt das Bild, gemischte Lampenfarben verderben es.

  • Schiefe Kamera Schon wenige Grad Neigung lassen Wände und Türen kippen.

  • Unruhe im Raum Jeder Gegenstand zu viel zieht den Blick vom Raum ab.

Heller Empfang mit weißem Tresen und Glasplatte, dahinter ein Flur mit Holzboden
So sieht fotofertig aus: freier Tresen, einheitliches Licht, der Blick läuft in den Flur.

Vor dem Termin: Raum und Licht

Die ersten drei Fehler passieren, bevor das iPhone überhaupt aus der Tasche kommt.

Fehler 1: Der Raum ist nicht fotofertig

Die 0,5×-Kamera erfasst nahezu das ganze Zimmer. Was im Alltag niemandem auffällt, steht plötzlich mitten im Bild. Räumen Sie deshalb konsequent ab:

  • Papier, Haftnotizen, Zettel am Monitor, Abfalleimer, Putzwagen, Jacken, Taschen, Tassen und private Bilder verschwinden.
  • Von Desinfektionsmittel, Handschuhboxen und Spendern bleibt nur stehen, was nötig ist. Alles zeigt in dieselbe Richtung.
  • Kabel werden zusammengefasst und hinter Möbel gelegt, Ladegeräte ausgesteckt.
  • Wartezimmerstühle stehen in einer Flucht, Schranktüren und Schubladen sind geschlossen. Die Behandlungseinheit fährt in Grundposition: Lehne leicht zurück, Kopfstütze mittig, Schwebetisch angelegt.
  • Glasflächen, Spiegel, Schrankfronten und Arbeitsplatten werden gewischt. Die Kamera zeigt jeden Fingerabdruck und jeden Kalkrand.
  • Alle Jalousien hängen auf gleicher Höhe und haben denselben Lamellenwinkel.

Fehler 2: Der falsche Tag

Strahlender Sonnenschein klingt ideal, ist es aber nicht. Direkte Sonne wirft harte Streifen auf Boden und Wände, und die Fenster werden zu weißen Flächen. Besser ist ein heller Tag mit dünner, geschlossener Wolkendecke in den Stunden um die Mittagszeit. Die Wolken wirken wie ein großer Diffusor.

Ein dunkler Regentag ist das andere Extrem: Dem iPhone fehlt Licht, das Ergebnis rauscht und wirkt matt. Kommt am Termin doch die Sonne durch, ziehen Sie die Jalousien zur Hälfte zu oder beginnen in den Räumen auf der Schattenseite.

Fehler 3: Mischlicht

Warmweiße Deckenspots, kaltweiße Röhren und dazu Tageslicht: Diese Mischung färbt eine Raumhälfte gelblich und die andere bläulich. Das bekommt auch eine Bildbearbeitung kaum wieder heraus. Die Regel lautet deshalb: Haben alle Leuchten dieselbe Lichtfarbe, etwa neutralweiß mit 4000 K, bleibt das Licht an. Es hellt die Ecken auf und der Raum sieht belebt aus. Sind die Lichtfarben gemischt oder flackert eine Röhre, schalten Sie die Beleuchtung ab.

Zwei Ausnahmen: Fensterlose Räume wie Steri, Röntgen oder Flur brauchen jedes verfügbare Licht. Und wenn das Fenster sehr hell, der Raum aber dunkel ist, mildert das Deckenlicht den Kontrast. Wenn Sie unsicher sind, nehmen Sie beide Varianten auf und entscheiden am Computer. Auf dem kleinen Display fällt ein Farbstich selten auf.

Im Raum: Lampen und Bildschirme

Fehler 4: Blitz und OP-Leuchte sind an

Der iPhone-Blitz spiegelt sich in jeder glatten Fläche und wirft scharfe Schatten. Schalten Sie ihn für den gesamten Termin ab. Dasselbe gilt in Raumansichten für die Behandlungsleuchte: Sie überstrahlt und hinterlässt einen grellen Punkt im Bild. Eingeschaltet wird sie nur für gestellte Behandlungsszenen und dann von der Kamera weggedreht.

Fehlt in einem Raum Licht, hilft kein Blitz, sondern ein Stativ. Damit verwackelt auch eine längere Belichtung nicht.

Fehler 5: Schwarze oder verräterische Monitore

Ein ausgeschalteter Bildschirm ist auf dem Foto ein schwarzes Rechteck, in dem sich Fenster und Fotograf spiegeln. Ein eingeschalteter Bildschirm mit Praxissoftware ist noch schlimmer: Terminplan, Kartei oder das Röntgenbild eines echten Patienten haben auf einer Website nichts verloren.

Die Lösung ist eine neutrale Bilddatei, die auf jedem Monitor im Vollbild läuft. Geeignet sind Ihr Logo, die Startseite Ihrer Website oder eine anonymisierte Demo-Aufnahme. Regeln Sie die Helligkeit etwas herunter, damit der Bildschirm nicht überstrahlt. Displays von Scanner, Mikroskop oder DVT dürfen leuchten, solange keine Patientendaten darauf stehen. Kontrollieren Sie zum Schluss auch, was sich in Glastüren und Spiegeln zeigt, und ob irgendwo ein Laborzettel oder ein Etikett mit Namen liegt.

Zwei Skizzen im Vergleich: links kippen Fenster, Tür und Schrank zur Bildmitte, rechts stehen alle Kanten senkrecht
Links mit gekipptem iPhone, rechts lotrecht gehalten.

An der Kamera: Haltung, Objektiv, Belichtung

Fehler 6: Stürzende Linien

Das ist der Klassiker. Wer das iPhone auf Augenhöhe hält und leicht nach unten kippt, lässt Türen, Schränke und Fensterrahmen zur Bildmitte fallen. Der Raum wirkt schief, ohne dass der Betrachter sagen könnte, warum.

  • Gehen Sie mit der Kamera tiefer, auf etwa 1,1-1,3 m. Das entspricht Hüft- bis Brusthöhe.
  • Halten Sie das iPhone lotrecht. Die eingeblendete Wasserwaage zeigt es an: Sie springt auf Gelb, wenn alles stimmt.
  • Ist zu viel Fußboden zu sehen, lassen Sie ihn im Bild. Abschneiden kann man später, aufrichten nicht.
  • Ein einfaches Handy-Stativ für 20-30 € hält Höhe und Neigung in jedem Raum gleich.

Fehler 7: Alles mit dem Ultraweitwinkel

Die 0,5×-Kamera ist für enge Behandlungszimmer gedacht, nicht für jedes Motiv. Sie zieht Räume in die Länge und verzerrt alles, was am Rand steht. Stellen Sie den Behandlungsstuhl oder den Tresen deshalb in die Mitte und halten Sie die Ränder frei von Möbeln und Personen.

Für Empfang, Flur und größere Räume nehmen Sie die 1×-Kamera. Sie hat den besten Sensor und kommt mit wenig Licht am besten zurecht. Geräte, Details und Gesichter gehören vor das 2×- oder 3×-Tele. Ein Porträt mit Ultraweitwinkel macht aus jeder Nase eine Karikatur. Und bedenken Sie: Ein Zimmer, das online wie ein Saal aussieht, sorgt beim ersten Besuch für Ernüchterung. Oft trifft eine Zwischenstufe wie 0,7× den echten Raumeindruck am besten.

Fehler 8: Fingerzoom und Automatik-Belichtung

Mit zwei Fingern aufziehen ist bequem, aber es vergrößert nur Pixel. Treten Sie näher heran oder tippen Sie auf ein anderes Objektiv.

Der zweite Automatik-Fehler betrifft die Helligkeit. Das iPhone misst auf den dunklen Raum und lässt das Fenster ausfressen. Dagegen hilft die AE/AF-Sperre: Finger auf eine mittelhelle Stelle legen und halten, bis oben „AE/AF-Sperre“ steht. Danach schieben Sie das kleine Sonnensymbol so weit nach unten, bis im Fenster wieder Zeichnung zu sehen ist. Ein kurzer Tipp aufs Display löst die Sperre. Nehmen Sie von jedem Motiv 3-5 Varianten auf, dann ist sicher eine gute dabei.

Nach dem Auslösen: Recht und Übergabe

Fehler 9: Menschen ohne Einwilligung

Ein Empfang mit Mitarbeiterin wirkt freundlicher als ein leerer Tresen. Rechtlich brauchen Sie dafür von jeder abgebildeten Person eine unterschriebene Einwilligung, die Website und Social Media ausdrücklich nennt. Grundlage sind die DSGVO und das Recht am eigenen Bild. Weil jede Einwilligung widerrufen werden kann, sollten Gruppenbilder nicht das einzige Motiv eines Raums sein.

Echte Patienten lassen Sie am besten ganz aus dem Bild. Kolleginnen, Freunde oder Familie können die Rolle übernehmen. Achten Sie auf einheitliche, saubere Praxiskleidung, auf Mundschutz und Handschuhe in Behandlungsszenen und darauf, dass Namensschilder nur zu sehen sind, wenn die Person auch genannt werden möchte.

Dazu kommt das Heilmittelwerbegesetz: Für plastisch-chirurgische Eingriffe ohne medizinische Notwendigkeit sind Vorher-Nachher-Bilder nach § 11 HWG untersagt. Generell darf kein Foto den Eindruck eines garantierten Behandlungserfolgs erwecken.

Fehler 10: Die Bilder per WhatsApp verschicken

Messenger und viele Mailprogramme rechnen Fotos beim Versand klein. Was auf dem Handy noch scharf aussah, reicht dann nicht mehr für ein großes Titelbild. Laden Sie die Originale stattdessen in einen geteilten Cloud-Ordner, ohne Filter und ohne eigene Bearbeitung.

Sonderfall Mitarbeiterporträts

Auf der Teamseite schauen Patienten genauer hin als auf jedem Raumfoto: Sie wollen wissen, wer sie behandelt. Porträts folgen deshalb eigenen Regeln. Die wichtigste: Alle werden am selben Platz, im selben Licht und aus demselben Blickwinkel fotografiert.

Brennweite und Abstand

Porträts entstehen im Porträtmodus mit der 2×- oder 3×-Kamera aus rund 1,5-2 m. Das Weitwinkel aus kurzer Distanz vergrößert Nase und Stirn. Die Linse sitzt auf Augenhöhe der Person oder knapp darüber.

Unschärfe und Effekte

Über das ƒ-Symbol oben im Bild regeln Sie die Tiefenschärfe. Ein Wert um ƒ/4 lässt den Hintergrund weich, ohne künstlich zu wirken, und lässt sich in der Fotos-App nachträglich ändern. Bleiben Sie beim Effekt „Natürliches Licht“ und kontrollieren Sie Haaransatz, Brillenränder und Ohren: Dort setzt der Porträtmodus die Kante gelegentlich falsch.

Licht im Gesicht

Das Fenster steht seitlich, ungefähr im 45°-Winkel, nie hinter der Person. Direkte Sonne und eine Deckenlampe genau über dem Kopf sind tabu, beides erzeugt harte Schatten unter den Augen. Ein weißer Karton auf der dunkleren Seite wirkt als kostenloser Aufheller.

Ruhiger Hintergrund

Eine helle Wand, ein Stück Flur oder der Empfang mit Grünpflanze genügen. Halten Sie 1-2 m Abstand zur Wand, dann fällt kein Schatten darauf und der Hintergrund verschwimmt sanft. Prüfen Sie, ob ein Türgriff, ein Schild oder eine Leuchte scheinbar aus dem Kopf ragt.

Die Person vor der Kamera

Praxiskleidung einheitlich und ohne feine Streifen, die im Bild flirren. Vor dem Auslösen ein kurzer Blick auf Frisur, Kragen und Namensschild. Die Schultern drehen leicht weg, das Gesicht schaut zur Kamera, das Kinn kommt eine Spur nach vorn. Reflektiert die Brille, hilft ein leichtes Neigen.

Ein kurzes Gespräch bringt ein echteres Lächeln als jedes „Bitte lächeln“. Lassen Sie oberhalb des Kopfes Luft für den späteren Zuschnitt.

Termin und Gruppenbild

Ein angekündigter Termin am Morgen vor der Sprechstunde funktioniert am besten, pro Person reichen 3-5 Minuten. Fürs Gruppenbild wechseln Sie auf 1× und gehen ein Stück zurück, im Schatten vor dem Eingang oder im hellsten Raum. Die Größeren stellen sich nach hinten oder an die Seiten, zwei versetzte Reihen halten jedes Gesicht frei. Eine Serienaufnahme (Auslöser nach links ziehen) liefert sicher ein Bild ohne geschlossene Augen.

Jede Person wählt ihr Lieblingsfoto selbst. Wer die Praxis verlässt, verschwindet zeitnah von der Website, auf Wunsch sofort.

iPhone-Einstellungen im Überblick

Diese Einstellungen nehmen Sie einmal vor dem Termin vor. Danach bleibt das Menü zu.

EinstellungWo zu findenEmpfehlung
RasterEinstellungen › KameraEin. Blendet Hilfslinien für den Bildaufbau ein.
WasserwaageEinstellungen › Kamera, unter „Raster“Ein. Wird gelb, wenn das iPhone gerade ist.
LinsenkorrekturEinstellungen › KameraEin. Ab iPhone 12 vorhanden, gleicht die Verzerrung der 0,5×-Kamera aus.
Makro-SteuerungEinstellungen › KameraEin, bei Pro-Modellen ab iPhone 13 Pro. Bei Raumfotos das Blumensymbol durchgestrichen lassen.
Fotografische StileEinstellungen › Kamera„Standard“.
BlitzKamera-App, obenAus.
Live PhotoKamera-App, oben (Kreise)Aus. Dauerhaft über Einstellungen › Kamera › Einstellungen beibehalten.
ZwischenstufenObjektivtaste gedrückt haltenZoomrad für Werte wie 0,7×.
Gründerzeit-Eckhaus mit verglaster Eingangstür einer Praxis und zwei Schildern neben dem Eingang
Motiv Nummer eins der Liste: das Haus mit Eingang und Schild, der Gehweg ist frei.

Diese Motive sollten am Ende vorliegen

Gleichen Sie Ihre Ausbeute mit dieser Liste ab, bevor Sie die Räume wieder in Betrieb nehmen. Wofür wir die Bilder einsetzen, sehen Sie auf unseren Seiten für Zahnarztpraxen und Arztpraxen in Kiel.

Dr. Tobias Hahn

Über den Autor

Dr. Tobias Hahn

Gründer & Geschäftsführer, THink next Studio

  • Approbation als Zahnarzt · 2021
  • Promotion zum Dr. med. dent. · 2024
  • Studium: Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
  • THink next Studio seit 2009

Häufige Fragen

FAQ

Welches iPhone brauche ich für Praxisfotos?

Eines mit Ultraweitwinkel-Kamera, erkennbar an der Taste 0,5× in der Kamera-App. Die automatische Linsenkorrektur gibt es ab dem iPhone 12, die Makro-Steuerung bei Pro-Modellen ab dem iPhone 13 Pro. Ein Teleobjektiv für Porträts und Details haben vor allem die Pro-Modelle.

Brauche ich ein Stativ?

Bei gutem Tageslicht nicht zwingend. Es erleichtert aber zwei Dinge: Die Kamera steht in jedem Raum gleich hoch und gerade, und in fensterlosen Räumen oder am Abend bleiben längere Belichtungen scharf. Ein kleines Modell für 20-30 € reicht.

Soll ich die Fotos selbst bearbeiten oder Filter verwenden?

Nein. Stellen Sie den fotografischen Stil auf „Standard“ und geben Sie die Originale weiter. Zuschnitt, Farbabgleich und die Umwandlung in schnelle Web-Formate erledigen wir bei der Umsetzung der Website.

Dürfen Pflanzen mit aufs Bild?

Am Empfang und im Wartezimmer ausdrücklich ja: Eine kräftige grüne Pflanze, vorn leicht angeschnitten, gibt dem Foto Tiefe. Im Behandlungsraum nur, wenn Ihr Hygieneplan das erlaubt, denn Blumenerde gilt als Keimreservoir. Welke oder staubige Exemplare bleiben draußen, ebenso saisonale Dekoration.

Praxisfotos

Gute Fotos verdienen eine gute Website

Wir entwickeln Praxis-Websites für Kiel und Schleswig-Holstein und setzen Ihre Bilder so ein, dass sie schnell laden und richtig wirken. Sie möchten nicht selbst fotografieren? Fotografie gehört ebenfalls zu unseren Leistungen.

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